“Warum in die Ferne schweifen…?“ Unter dem Motto „Polskie Kolory“ widmete sich das Festival 2011 unserem Nachbarland Polen. Die Devise hieß, Neugier zu wecken auf dieses Land, mit dem Deutschland eine jahrhundertelange, oft schwierige gemeinsame Geschichte, ebenso wie literarische, musikalische und künstlerische Verbindungen teilt. Mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm aus Literatur, Musik, Theater, Festen und Informationsveranstaltungen hat das Festival das traditionelle, aber auch das moderne Polen der Gegenwart präsentiert, und dazu eingeladen, die Vielfalt dieses mittelosteuropäischen Landes zu entdecken, und die deutsch-polnischen Kontakte zu vertiefen und auszubauen.

Eingeläutet wurde das Festival mit einem spannenden Vortrag von Manfred Mack, der sogleich ans „Eingemachte“ ging, sich nämlich mit den deutsch-polnischen Beziehungen seit dem Nachbarschaftsvertrag von 1991 befasste, und Bilanz zog über eine nicht immer konfliktlose Nachbarschaft. Im Anschluss, ebenfalls im Café Wagner, wurde der Film „Lekcje Pana Kuki“/“Herrn Kukas Empfehlungen“ gezeigt, bei dem man sich in einen jungen Mann aus Polen hineinversetzen konnte, der in Wien sein Glück suchte. Der Festival-Klassiker des Running Dinner, wo sich in geselliger Runde gegenseitig „bekocht“ wurde, war nicht die einzige Möglichkeit beim Festival „auf Polnisch“ zu schlemmen: Eingebettet in das Familienfest, das in Kooperation mit dem KuBus in Jena- Lobeda umgesetzt wurde, fand ein fulminantes polnisches Frühstück statt, das Groß und Klein begeisterte.

Das Familienfest lud liebevoll und kreativ dazu ein, „Polen mit allen Sinnen zu erleben“. In Zusammenarbeit mit dem Jenaer Institut für Slawistik und weiteren Partnern gestaltete das Festival die Premiere von „Probleme mit dem Gedächtnis“, einem Dokumentarfilm von Leszek Sawicki mit und über die „Danziger“ Autoren Günter Grass und Stefan Chwin.Die Veranstaltungen fand unter den Filmvorführungen, Vorträgen und Lesungen besonders viel Zuspruch.

Große Highlights 2011 bildeten sicherlich auch die Konzerte: Aus Warschau bereiteten uns „Vavamuffin“ (Reggae/Hiphop/Dancehall) die Ehre und brachten das Publikum im Innenhof des historischen Universitätshauptgebäude in Schwung. Gua’La Ceo aus Dresden beglückten beim Konzert in der Friedenskirche einer lyrischem Mischung aus polnischen und französischen Chansons.

Abgerundet wurde das Festival musikalisch vom Contemporary Noise Sextet, crème der polnischen Jazzszene. Alexander Pehlemann, Fan und Vermittler polnischer Subkultur, der im Rahmen einer Filmvorführung „Beats of Freedom“ eine Einführung in die polnische Rockszene der 80er Jahre bot, lenkte von den Turntables aus auch das musikalische Geschehen der Glashausparty, die wie gewohnt – nur bunter denn je! – das Festival abschloss.

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